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Kategorie: Medien

Was einem ohne Social Media alles entgeht

Was einem ohne Social Media alles entgeht

Wie mehrfach berichtet verfüge ich über keinen social Media Account und bin eigentlich weiterhin ganz froh darüber. Daß das von Zeit zu Zeit auch problematisch ist, stelle ich heute erneut fest.

Ich stieß auf den Nachdenkseiten (https://www.nachdenkseiten.de) auf einen Artikel von Gert-Ewen Ungar (https://www.nachdenkseiten.de/?p=157478). Herr Unger, was ein Pseudonym ist, beschreibt seinen Urlaub in Sotschi. Er beschreibt sehr plastisch, daß auch die Ukraine Zivilisten angreift und es in deutschen Medien nicht thematisiert wird. Er beschreibt, wie er in Sotschi, wo es nach seiner Aussage keine militärischen Einrichtungen gäbe von Luftalarmen in sichere Unterschlupfe getrieben wurde. Das die Ukraine ebenfalls Terror gegen die Zivilbevölkerung ausübt halte ich für nachvollziehbar. Denn es gibt keinen Krieg, in dem eine Seite ethisch und die Andere unethisch handelt. Hat es nie gegeben, wird es nie geben. Eigentlich wollte ich hier nur einen Link zu dem Artikel mit einem entsprechenden Kommentar posten. Aber ich habe die Angewohnheit, in solchen Fällen eine Suchmaschine anzuwerfen, um zumindest ein paar Informationen zum Autor zu erhalten. Und was ich fand, erschreckte mich. Ich fand einen Artikel bei den Neulandrebellen und einen bei Overton, in denen die jeweiligen Autoren sich deutlich von ihrem ehemaligen Kollegen und anscheinend auch Freund distanzierten.  Es wird berichtet, daß Herr Ungar die nukleare Bombardierung der BRD durch Russland für ein probates Mittel der Beendigung des Krieges hält. Damit die Unterstützer der Ukraine die Stärke und Macht Russlands erkennen und aus Angst vor der eigenen Vernichtung endlich Frieden anstreben. Normalerweise wäre ich an der Stelle davon ausgegangen, daß Ungar, der in Moskau lebt, in seinem Artikel für die Nachdenkseiten nur die schräge Berichterstattung  der deutschen Medien über diesen Krieg anprangern will. Das wäre für mich ok. Seitens der Neulandrebellen und Overton wäre ich davon ausgegangen, daß sie mit Ungar aus welchen Gründen auch immer ein Problem haben. Und daher die schärfsten Geschütze auffahren – ein Russland- oder auch Putinversteher.  Denn eine schlimmere Beschimpfung gibt es in den heutigen Tagen nicht und Behauptungen, er habe dieses oder jenes gesagt, kann man immer aufstellen. Im Notfall erklärt man hinterher, man meint, es aus seinem Geraune so rausgehört zu haben. Solange es gegen Putin und Russland geht, kommt man damit immer durch.

Aber: Sie haben Screenshots von X. Und da war ich dann doch ernüchtert. Er fordert tatsächlich die nukleare Bombardierung der BRD. Einmal mit Screenshots von X nachzulesen bei den Neulandrebellen hier und bei Overton hier . Und dann hört es für mich auf. Wer der Meinung ist, daß nukleare Schläge ein probates Mittel zu Beendigung eines Krieges sind, sollte eigentlich nicht erscheinen. Das macht es aber auch nicht einfacher, denn dann weist niemand mehr darauf hin, daß dieser Krieg nicht einfach in Gut und Böse zu unterscheiden ist, wie es mir die Leidmedien weismachen wollen. Denn so kann ich mir die ukrainische Sicht ganz einfach aus den Leidmedien, sowohl ÖRR, wie auch den privaten, wie Spiegel, Stern oder auch N-TV  zusammenstellen. Die russische Sicht muß ich mir mühsam zusammenklauben. Aber, wenn man die Zusammenhänge verstehen will, z.B. daß dieser Krieg zwar völkerrechtswidrig ist, aber nicht unprovoziert (während unsere engen Verbündeten unprovozierte und völkerrechtswidrige Kriege führen), braucht man beide Sichtweisen.

Eine Möglichkeit, ein derartige Dilemma aufzulösen, wäre es, wenn sich zumindest die Öffentlich Rechtlichen Medien an den Medienstaatsvertrag halten. Dort steht unter Artikel 26 Ziffer 2 u.a. :

(2) Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sind bei der Erfüllung ihres Auftrags der verfassungsmäßigen Ordnung und in besonderem Maße der Einhaltung journalistischer Standards, insbesondere zur Gewährleistung einer unabhängigen, sachlichen, wahrheitsgemäßen und umfassenden Information und Berichterstattung wie auch zur Achtung von Persönlichkeitsrechten verpflichtet. Ferner sollen (hier stand im alten Rundfunkstaatsvertrag ein Imperativ – meine Anmerkung) sie die einem öffentlich-rechtlichen Profil entsprechenden Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit achten  ….

Wenn sie das tun würden, wären die Leute nicht auf alternative Medien angewiesen. Ohne eigene Recherche hätte ich an dieser Stelle einfach den eingangs erwähnten Beitrag zu einem Urlaub in Sotschi gepostet, mit dem Hinweis, “auch die Ukrainer sind gemein”. Und mit noch weniger eigener Recherche würde ich einfach nur schreiben: “die Russen sind gemein”. Beides ist korrekt und einzeln dennoch nicht die ganze Wahrheit. Und wenn ich schon in einen Krieg ziehen soll, würde ich die gern kennen.

Und an die Nachdenkseiten: Schreibt unter die Beiträge Herrn Ungar´s, daß er für die Bombardierung der BRD ist. Dann wird´s – wie sagt man so schön? – transparent .

Gedankenweiterspinnung

Gedankenweiterspinnung

Wenn ich meinen Gedanken aus dem vorigen Post weiterspinne und über die Unterschiede der alten Nazis und den Nazis von der AFD nachdenke, fällt mir nur einer ein. Und das ist die Einstellung zu Russland, respektive Sowjetunion.

Panic over Germany

Panic over Germany

In Sachsen-Anhalt wird heute gewählt. Und es breitet sich in den letzten Wochen eine zunehmende Panik aus. Die AFD ist nicht meine Partei. Aber in Sachen Nazis möchte ich anmerken, daß die Altparteien der BRD ( oder der Westsektoren) nach dem 2. Weltkrieg mit echten, nachgewiesenen und vor allen Dingen erprobten Nazis durchsetzt waren. Mit Nazis, die zwischen 1933 und 1945 bewiesen hatten, daß sie echte Nazis sind. Z.B. hatten sie die Nürnberger Rassegesetze während der 3. Reichs kommentiert. Diese Nazis rückten z.T. in höchste politische Ämter auf. Und dennoch bauten sie die Demokratie auf, die jetzt gegen die Nazis von der AFD verteidigt werden soll 😂.

Was soll diese AFD-Berichterstattung?

Was soll diese AFD-Berichterstattung?

Ich fand heute in der Berliner Morgenpost (https://www.morgenpost.de/politik/article413043808/ulrich-siegmund-privat-das-ist-ueber-seine-frau-und-seine-familie-bekannt.html) einen Bericht “ Ulrich Siegmund privat: Das ist über seine Frau und Familie bekannt“. Darin kommen völlig unspektakuläre Dinge vor, die der Erwähnung eigentlich nicht wert sind. Da das so ist, mußte dann offensichtlich noch etwas spektakuläres gesucht werden und wurde gefunden. Julia Siegmund, die Ehefrau des Ulrich Siegmund, arbeitet an einer Schule, an der ein Lehrer arbeitet, der sich nicht an das Neutralitätsgebot hielt. Der Lehrer wurde von einem Schüler gefragt, ob er AFD wähle. Er verneinte und begründete dies. Daraufhin beschwerten sich laut Morgenpost die Eltern zweier Schüler und der Lehrer bekam eine Abmahnung vom Schulamt (offensichtlich nicht von der Schule!) wegen Verletzung der Neutralitätspflicht. Ein Zusammenhang zu Julia Siegmund ergibt sich aus dem Artikel nicht, außer der gemeinsamen Arbeitsstelle.

Liebe Wessis, was soll das? Statt mich zu informieren, bringt mich mit so einem Unsinn nur gegen Euch und Eure Medien auf!