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Kategorie: Digital

Noch einmal digitales

Noch einmal digitales

Google trat Mal mit dem Versprechen an, man könne sich darauf verlassen, daß man mit dem System immer und in aller Zukunft machen könne, was man wolle. Immer. Das schränkt Google schon seit einiger Zeit ein, indem es die Installation aus anderen Quellen als dem Play Store unnötig umständlich macht. Jetzt schießt Google aber den Vogel ab. Die Installation aus anderen Quellen soll noch einmal deutlich erschwert werden. Ich persönlich nutze außer dem Play Store sehr intensiv F-Droid. Lohnt sich immer, denn man bekommt jede Menge OpenSource und überwachungsfreie Apps. Soll echt sackgängig werden. Wird wahrscheinlich so kommen.

Eine Möglichkeit, zumindest seinen Unmut zu veröffentlichen findet Ihr hier:

https://c.org/zqCRDVNPYc

In Einzelheiten findet Ihr Googles Plan hier: https://keepandroidopen.org/de/

Altbekanntes neu und nochmal (trauriges) Altbekanntes – aus der Heimat

Altbekanntes neu und nochmal (trauriges) Altbekanntes – aus der Heimat

Die Fähre legte heute pünktlich 10:00 finnischer Zeit in Helsinki an. Meine Lieblingsfrau hatte sofort Internet auf dem Handy, ich nicht. War ein Einstellungsproblem, ist gelöst. Dafür fehlen ihr weiterhin ihre Ladekabel , welche sie offensichtlich auf der Fähre vergaß 😂.

Mit dem neuen, schlechtwegetauglichen Auto soll es nun in den Norden Lapplands gehen. Das versuchten wir schon im Jahr 2022. Damals kamen wir am Inarisee an und ich bekam am ersten Abend Corona, danach mein Lieblingsweib. Da es da oben kein wirklicher medizinische Versorgung gibt, fuhren wir beizeiten wieder ab, um im Notfall einen Arzt in der Nahe zu haben. Wir sahen also nichts von der Gegend. Das wollen wir nachholen. Und haben diesmal auch das passende Auto dabei. Denn damals war ich wegen des schlechten Straßenzustands ab Mittelfinnland teilweise hart an der Kotzgrenze.

Heute übernachten wir in Pyha- Häkkin. Das ist ein kleiner Nationalpark, in dem wir bereits 2022 standen. Damals waren wir allein, heute standen hier unglaublich viele Finn:innen (ich entschuldige mich fûr den grünen Slang). Fakt ist: die Anreise hierher verlief deutlich stressfreier als damals, wo jede Bodenwelle eine allergische Reaktion bei mir auslöste, weil ich dachte, das Auto fällt auseinander.

Hier https://www.dirkhagen.eu/WordPress_01/?p=3939 könnt Ihr sehen, wie es damals war, heute regnet es.

Morgen geht es weiter in grobe Richtung Rovaniemie. Da ist das Weihnachtsmanndorf und man überschreitet den Arctic-Circle.

Dann haben wir natürlich die Nachrichten aus Berlin um den CSD erhalten. Wir sind bei allen Betroffenen, sind wir doch selbst Berliner und haben den CSD in anderen Jahren live erlebt. Grotesk ist jedoch die Forderung nach einer weitgehenden Internetüberwachung. Bis jetzt scheint klar zu sein, daß der Täter sowohl der Polizei, als auch den Diensten bekannt war. Man hätte ihn also überwachen können, irgendwo hakte es offensichtlich. Die Berliner Zeitung schreibt: Für die lückenlose Rund-um-die-Uhr-Überwachung eines einzelnen islamistischen Gefährders sind nach Angaben von Ermittler mindestens 25 bis 30 Beamte notwendig. Die Zahl dieser Gefährder liegt nach Angaben der Innenverwaltung „in einem mittleren bis moderat hohen zweistelligen Bereich“. Und dann kommt die Forderung nach einer Speicherung von IP Adressen. Das heißt, auch meine Adresse, auch wenn ich völlig unverdächtig bin .

(Quelle N-TV am 26.07.2026)

Um es festzuhalten: Nach allem, was bekannt ist, war der Täter bekannt. Offensichtlich haben alle Maßnahmen versagt oder nicht stattgefunden . Aber ich soll überwacht werden.

Für die Kinder

Für die Kinder

Holger Münch (Leiter BKA) und Alexander Dobrind (Bundesinnenminister) stellten gemeinsam den Bundeslagebericht des BKA zum Thema Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen 2025 vor (https://www.berliner-zeitung.de/article/bka-lagebild-missbrauch-kinder-anstieg-online-delikte-10219147). Den Gesamtbericht als PDF bekommt man hier: https://www.bka.de/DE/Presse/Listenseite_Pressemitteilungen/2026/Presse2026/260721_PM_BLB_SexualdeliktezNvKindernuJugendlichen.html (ganz unten).

Zusammengefaßt wurden insgesamt 71.914 Fälle aufgedeckt. Ich will hier nicht auf jede einzelheit eingehen, denn das würde am Thema vorbeigehen. Denn jeder Fall ist einer zuviel, überhaupt keine Diskussion. Die Forderungen, die daraus erwachsen finde ich jedoch beängstigend. Denn in der Zusammenfassung des PDFs ist zu lesen:

Zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von
Kindern und Jugendlichen ist ein gesamtgesell-
schaftlicher Ansatz erforderlich. Neben der Straf-
verfolgung und der Einbeziehung verantwortlicher
Internet-Service-Provider ist eine frühzeitige Medi-
enkompetenz von Minderjährigen und ihre fach-
kundige Begleitung sowie adressatengerechte Prä-
ventionsmaßnahmen, die aktuelle Phänomenent-
wicklungen und Tatbegehungsweisen berücksichti-
gen, von erheblicher Bedeutung.

Strafverfolgung – ja! Medienkompetenz von Minderjährigen – ja! Präventionsmaßnahmen – ja! Einbeziehung verantwortlicher Internetprovider? Damit ist die Speicherung von IP Adressen gemeint. Nein!

Ich versuche es mal zu veranschaulichen. Ich setze mal als meine Schätzung, daß nur 10 % aller Taten aufgedeckt werden. Bedeutet also, daß es bei 71914 Fällen (von dieser Summe haben 18.365 Fälle per se nichts mit dem Internet zu tun, und ein Großteil der Internetvergehen werden von Minderjährigen begangen) 719140 Fälle geben würde und damit das Dunkelfeld mit abdeckt.. Ich muß dazu sagen, daß ich nirgends eine seriöse Schätzung über das sogenannte Dunkelfeld gefunden habe. Es gab im Jahr 2024 in der BRD lt. Statista 38.600.000 Internetanschlüsse (https://www.energie-und-management.de/nachrichten/detail/anzahl-der-breitbandanschluesse-in-deutschland-333481). Der Einfachheit halber tue ich hier so, als hätten alle Fälle etwas mit dem Internet zu tun, denn hierauf zielt schließlich die Forderung. Dann würde das bedeuten, daß 1,863056994818653 % der Anlass sind, sämtliche 38.600.000 Internetanschlüsse diese Landes zu überwachen, indem man die IP Adressen speichert, was vermutlich nur der erste Schritt ist. Von der freiwilligen Chatkontrolle, die die EU gerade mit einem Trick verlängert hat, rede ich hier noch gar nicht. Somit wäre jeder verdächtig. Denn sonst dürfte nichts gespeichert werden.

Mal zum Vergeleich. Es gab zum 01.01.2024 in der BRD rund 69,1 Mio zugelassenen Kraftfahrzeuge (https://www.kba.de/DE/Statistik/Fahrzeuge/Bestand/Jahrebilanz_Bestand/fz_b_jahresbilanz_node.html). Dem gegenüber standen laut Kraftfahrtbundesamt 230.364 Straftaten (https://www.kba.de/DE/Statistik/Kraftfahrer/Verkehrsauffaelligkeiten/verkehrsauffaelligkeiten_node.html), auch hier setze ich eine Dunkelziffer vom 10fachen an. Macht also 2.303.640 Straftaten und damit sind  3,333777134587554 % der Kraftfahrer Straftäter. Und dennoch kommt niemand auf die Idee, jeden Autofahrer mit der Pflicht zum Führen eines Fahrtenbuches zu belegen, welches am Monatsende bei einer Behörde eingereicht werden muß. Gern digital.

Die Regierung, die zum Schutz der Kinder eine Totalüberwachung im Digitalen Raum einführen will, ist übrigens die Gleiche, die den Kindersofortzuschlag in Höhe von 25 € für die 1,4 Mio ärmsten Kinder in diesem Land streichen will. Der hat zwar nicht vor Armut geschützt, sie aber u.U. etwas gelindert.