Meg O´Neill ist Geschäftsführerin von BP und nahm zu den Zahlen des 2. Quartals 2026 wie folgt Stellung :
Finanziell haben wir ein starkes Quartal erzielt, mit einem zugrunde liegenden Ersatzkostengewinn von $ 5,7 Milliarden ($ 2,5 Milliarden höher als im letzten Quartal) und einem operativen Cashflow von $ 10,9 Milliarden, nach einem Betriebskapitalaufbau von $ 1,0 Milliarden. Nachlesen kann man das hier.
Ich finde die unwidersprochene Argumentation der Mineralölunternehmen, daß der Staat und die Abgaben an den steigenden Spritpreisen schuld sind, einfach nur unverschämt. Auch die Tatsache, daß dem nicht widersprochen wird, finde ich total unverschämt. Die Abgaben an den Staat bestehen entweder aus festen Werten je Liter (z.B. Energiesteuer = 47,04 Cent/Liter) oder aus prozentualen Abgaben (z.B. Umsatzsteuer von 19% auf den zu zahlenden Preis). Es gibt noch andere Abgaben, die nach dem einen oder anderen Prinzip funktionieren. Und keine dieser Abgaben wurde in letzter Zeit erhöht. Somit können die Abgaben nicht für die Preissteigerungen verantwortlich sein. Aber die oben zitierte Aussage illustriert das meiner Meinung nach ganz gut. Der ADAC hat hier mal zusammengestellt, was eigentlich von unserem Spritpreis an den Staat geht , und was an die Wirtschaft. Spannend ist hierbei die Berechnung des prozentualen Anteils der Staatsabgaben am Spritpreis.. Waren es 2025 noch rund 56 Prozent bei Diesel, sank dieser Anteil in 2026 rund 47 Prozent. Natürlich steigt der Ölpreis. Wie ich an anderer Stelle schon einmal schrieb, wird Öl zum überwiegenden Anteil an der Warenterminbörse gehandelt. Das bedeutet, daß das Öl, welches heute gefördert und verkauft wird erst in 2-4 Monaten teurer wird. Es gibt für einen ehrlichen Kaufmann keinen Grund, am Tag nach dem Huthiangriff auf eine saudische Ölpipeline den Spritpreis um 20 Cent zu erhöhen. Für gierige Kaufleute schon. Dagegen könnte man von staatlicher Seite etwas unternehmen, wenn man wollte. Andere Länder machen es vor. Ich gebe zu, daß aufgrund der niedrigen Wasserstände die Preise für den Transport per Schiff steigen. Aber auch davor warnen Wissenschaftler seit vielen Jahren. Und
Wenn ich das mal zusammen beschaue, tut der Staat nichts gegen die steigenden Spritpreise, obwohl er die Möglichkeiten hätte. Er redet nur. Der Staat tut nichts gegen die Probleme am Wohnungsmarkt, er redet nur. Der Staat hat die Instrumente der Inflationsbekämpfung mit der Schaffung der EZB aus der Hand gegeben, denn die EZB ist für ganz Europa zuständig. Und jedes Land hat eigene fiskalische Interessen. Eine gemeinsame Finanzpolitik gibt es zumindest in Ansätzen nur, wenn es darum geht, die Ukraine zu finanzieren. Der Staat treibt den sozialen Kahlschlag voran, hier redet er nicht nur. So geht kein Unternehmer mit seinem Unternehmen um.
Wozu also brauche ich den Staat, in Form der Parteien, die derzeit an der Regierung beteiligt sind? Wozu brauche ich einen Staat, der zusieht, wie sich Mineralölunternehmen die Taschen voll machen und seine Bürger es bezahlen? Wozu brauche ich einen Staat, der erklärt, Mieten würden günstiger, wenn man das Bauen nur günstiger macht. Das ist, als würde mir jemand einreden wollen, daß ein IPhone in der Herstellung tatsächlich 1500 € kostet. Und Apple würde sich daran nicht dumm und dämlich verdienen. Aber bei einem IPhone kann ich es verschmerzen, wenn ich es nicht habe, bei einer Wohnung nicht. Der Preis entsteht am Punkt der Nachfrage und nicht beim Einstandspreis. Der Einstandspreis (Herstellung, Transport, Lagerung, Marketing usw.) ist lediglich die der Preis, den man beim Verkauf nicht unterschreiten sollte. Ansonsten nimmt die Wirtschaft, was sie kriegen kann. Das gilt für ein Handy und auch für eine Wohnung. Gäbe es keine Nachfrage nach Eifönen, würden die Dinger schlicht nicht mehr in diesem Umfang hergestellt. Das Gleiche gilt für Wohnungen. Kurz vor der Marktsättigung würde niemand mehr eine Wohnung bauen. Um die Preise nicht zu versauen! Überangebote sind immer Gift.