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Autor: Dirk

Schweden

Schweden

Wir sind in Schweden. Aber nicht, weil wir von Finnland die Faxen dicke haben. Nein, wir waren tanken. Wir kamen auf finnischer Seite dicht an Schweden ran und der Diesel kostet hier an dieser Tanke in Karesuvanto umgerechnet 1,69 €. Schweden ist zum Tanken derzeit das billigste Land in Europa. Die schwedische Regierung hat an der Stelle vorübergehend die Energiesteuer aufgehoben. Nach dem Tanken hatte ich ganz schlicht keine Lust, weiter zu fahren und wir mieteten uns auf dem Campingplatz um die Ecke ein. Morgen geht es wieder nach Finnland.

Auf fast 500 Meter Höhe

Auf fast 500 Meter Höhe

Auf dem Levi

Wir stehen in einem 1A-Skigebiet. Derzeit sind Abfahrten nur mit dem Fahrrad möglich, es fehlt der Schnee. Aber im Winter ist mit Schneekanonen vorgesorgt. Ome. Der Levi ist einer der höchsten Berge Finnlands, höhere gibt es nur an der Grenze zu Norwegen. Die letzten 2 Tage waren unspektakulär. Wir waren für eine Nacht im Lemmenjoki-Nationalpark. Hier wollte der Purzelhase am Lemmenjoki-Fluss, an dem man Gold schürfen kann, entlangwandern. Aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Also machten wir uns auf den Weg in den westlichen Daumen der finnischen Landkarte. 60 km Schotter- und Lehmpiste! Aber genau dafür kauften wir das neue Auto. Mit dem Alten hätte das nicht funktioniert.

Aber der Campingplatz von vorgestern, Giellajohka, war ziemlich genial.

Die standen hinter unserem Stellplatz.

Er fiel um, weigerte sich aber, zu sterben

Weit sind wir nicht gekommen

Weit sind wir nicht gekommen

Es wurden heute doch keine 24-26 km. Nach ca. 6 km wurde mir klar, daß ich diese Wege keine 24 km durchhalten würde. Also kehrten wir nach ungefähr 6 km um und machten uns auf den Rückweg. Und das war eine gute Entscheidung. Denn es ging hoch und runter über Stock und Stein. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und es ist besser, wenn am Ende des Weges noch Kraft da ist, als das am Ende der Kraft noch Weg da ist. Es wurden rund 13 km und ich war fertig.

Aber so sah es zwischenzeitlich aus.
Und so die Wege …
Was da am Ende aussieht wie ein See, ist eigentlich eine Quelle. Hier treten pro Sekunde 400 Liter Wasser an die Oberfläche

Jetzt stehen wir auf einem kleinen, süßen Campingplatz. Hier werden Rentiere gezüchtet. Das Gehege ist direkt hinter unserem Auto. Wir mußten den Platz anlaufen, denn wir haben kein Wasser mehr. Dafür ziehen wir das erste Mal Strom. Den Platz kann man nur mit Strom buchen. Dafür habe ich hier Mal direkt unsere elektrische Heizung probiert. Auch die funktioniert. Denn das Auto kann mit Diesel, mit Strom oder einem Mix aus beidem beheizt werden. Bedeutet, das man im Winter nicht auf Gas angewiesen ist. Genial!

Ach übrigens – letzte Nacht waren es hier 9°C und heute Nacht werden es 7°C. Herrlich!

Utsjoki

Utsjoki

So, wir stehen unweit der norwegischen Grenze und nur 290 km vom Nordkapp entfernt auf einem Wanderparkplatz bei Utsjoki. Viel weiter nördlich geht es in Finnland nicht. Wir sind dem Pol näher, als wir es in Island waren.

Gestern machten wir eine Tour auf einem Geologiepfad unterwegs. Der war nur 3,9 km Land, hatte es aber in sich. 180 m Steigung auf 800 m Weg und das Gleiche runterzu macht sich in den Beinen bemerkbar. Zumal bei einem Weg, der nur aus Steinen und Wurzeln besteht.

Garmin (meine Uhr) nutzt leider inzwischen Googlemaps. Damit sind die Karten nicht mehr so gut wie früher, als Garmin noch eigene Karten nutzte

Heute war es nur eine vergleichsweise einfache Wanderung mit 3 km.

Morgen sollen es an die 24 km werden. Schaumermermal.

Übrigens: aufs Nordkapp verzichten wir bewußt. Es ist irgendwie für viele Leute ein absolutes Sehnsuchtsziel. Und genau so sieht es da dann auch aus. Unglaublich viele Leute, die einfach nur sagen wollen:“ Ich war schon da.“. Und das sind uns zuviele.

Hier stehen wir nun

Hier stehen wir nun

Das ist unser Stellplatz für die Nacht. An Ufer des Utsjoki- Flusses. Das ist am Kevo-Naturreservat. Eigentlich wollten wir hier bis zur nächsten Grillhütte wandern. Das waren ca. 2,5 km. Aber wir haben auf. Der Weg war derart, daß uns klar wurde, wir wären nach 5 km (mit Rückweg) völlig tot. Denn Wanderwege, wie man sie aus der BRD kennt, sind hier echt die Ausnahme. Die Wege sind alle ein Traum wie vor langer Zeit. Also bleiben wir einfach hier. Mit seiner Zeit kann man jede Menge anfangen, denn es gibt hier, am echten Arsch der Welt, Internet satt. 5G! Zu Hause könnten wir nicht mal eine Funklochapp runterladen.

Als wir heute Inari verließen, mußten wir noch Müll entsorgen und Vorräte besorgen. Dabei fielen mir einige Dinge auf. Z.B. die Rückgabe von Getränkedosen. Man kann in die Pfandautomaten alles reinwerfen. Selbst bundesdeutsche Dosen. Dann teilt das Gerät mit, daß es die Dose nicht kennt, gibt keinen Pfand dafür raus, aber die Dose wird trotzdem dem Recyclingsystem zugeführt. Denn der Automat nimmt sie an. Mein Gott, welcher Weltuntergang wurde im grünen Vorreiterland mit so etwas eingeläutet.

Dann stellte ich fest, daß die 3 Supermärkte ihre Mülltonnen zuschrauben und nur einen winzigen Spalt offenlassen. Das dient dazu, daß die Wohnmobilfahrer nicht ihren gesamten Müll in diesen Tonnen entsorgen können. Die kommunalen Müllsammelstelle ist direkt daneben. Aber das würde aber bedeuten, daß sich die Wohnmobilisten mit ihrer Umgebung beschäftigen müßten. Auch fiel mir hier im hohen Norden auf, daß immer mehr Bewohner ihre Grundstückszufahrt blockieren und ein Schild „Privat“ aufhängen. Auf sämtlichen Parkplätzen in Inari hängen Schilder „Campen verboten“ in mindestens 3 Sprachen. Ich habe den Eindruck, daß die Finnen, die auf das Jedermannsrecht (Allemannsrett) total stolz sind, die Schnauze voll haben, das die Wohnmobilfahrer dieses Recht bis zum letzten ausreitzen.

Darum stehen wir auch trotz Allrad auf einem echten Parkplatz an der Straße, auch wenn es auf den Bildern nicht so aussieht 😃. Es ist allerdings derart am Arsch der Welt, daß hier fast nichts mehr fährt.

Vor dem Regen.
Und so sieht es jetzt hier aus.
Letzte Nacht in Inari

Letzte Nacht in Inari

Wir verbringen die letzte Nacht in Inari. Hier besuchten wir das Samimuseum, welches gut ist, aber dem in Jockmock in Schweden nicht das Wasser reichen kann und unternahmen eine Bootstour auf dem Inarisee ( Inarijärvi). Aus dem Museum wissen wir, das hier 3 Samikulturen aufeinandertrafen. Die Nordsami, die Inarisami und die Skoltsami. Für die Beschreibungen kann man im Museum tatsächlich zwischen allen 3 Samisprachen, dem Finnisch, Schwedisch und Englisch wählen.

Ansonsten war der Aufenthalt ja ein Test der Batteriekapazität und der Solaranlage. Es ist jetzt 23 Uhr in der dritten Nacht und wir haben noch 90 % Batteriekapazität. Das ist ok, wenn man bedenkt, daß der Kühlschrank rein elektrisch betrieben wird.

Ja, auch das gab es. Eigentlich immer, wenn die „Gebildeten“ über die Heiden herfielen
Uralt und sicher nicht für Medizin 😃

Die Uckoinsel im Inarisee, eine Opferinsel für den Donnergott. Man fand Tierknochen und Zähne. Aber keine menschlichen

Morgen geht es nach Kevo. Das ist der nördlichste Nationalpark der Finnen. Hier gibt es einen Kanyon, der im Winter die kälteste Gegend und im Sommer die wärmste Gegend in ganz Finnland ist. Zwischen Winter und Sommer herrschen Temperaturunterschiede von 80° C.

Noch einmal digitales

Noch einmal digitales

Google trat Mal mit dem Versprechen an, man könne sich darauf verlassen, daß man mit dem System immer und in aller Zukunft machen könne, was man wolle. Immer. Das schränkt Google schon seit einiger Zeit ein, indem es die Installation aus anderen Quellen als dem Play Store unnötig umständlich macht. Jetzt schießt Google aber den Vogel ab. Die Installation aus anderen Quellen soll noch einmal deutlich erschwert werden. Ich persönlich nutze außer dem Play Store sehr intensiv F-Droid. Lohnt sich immer, denn man bekommt jede Menge OpenSource und überwachungsfreie Apps. Soll echt sackgängig werden. Wird wahrscheinlich so kommen.

Eine Möglichkeit, zumindest seinen Unmut zu veröffentlichen findet Ihr hier:

https://c.org/zqCRDVNPYc

In Einzelheiten findet Ihr Googles Plan hier: https://keepandroidopen.org/de/

Inari

Inari

Wir sind angekommen und sehen auf einem kleinen, aber süßen Campingplatz am Inarisee mit Blick aufs Wasser. Wir waren in 2022 schon einmal hier. Damals brach in der ersten Nacht bei mir Corona aus, ich war 3 Tage völlig weg, dann brach es beim Purzelhasen aus. Als ich wieder halbwegs bei Kräften war, fuhren wir damals umgehend 200 km zurück nach Sodankyler. Denn hier oben gibt es keinen Arzt. Daher konnten wir den Ort nicht wirklich schätzen und holen dies nun nach. Morgen geht es (wahrscheinlich bei Regen) ins Samimuseum und am Donnerstag ist eine Dampfertour über den See geplant. Wetter soll geil werden, momentan regnet es. Apropos Wetter – wir habe keinen Strom auf dem Platz gebucht. Wir würden gern wissen, wie lange wir mit den Batterien und der Solaranlage auskommen. Schaumermal.

Richtung Rovaniemi

Richtung Rovaniemi

Wir fuhren heute etwas über 500 km. Da wir nur 80 km/h fahren dürfen, wir sind schwer (also das Auto), brauchten wir mit kurzen Pausen gute 8 Stunden. Rovaniemi liegt auf der Strecke nach Inari, welches das eigentlich Ziel ist. Die Überlegung, auf dem großen Parkplatz im Weihnachtsmanndorf stehen zu bleiben, verwarfen wir. Denn es ist kitschig, häßlich, kurz: zum Fremdschämen. Also suchte uns der Purzelhase einen Übernachtungsplatz abseits der Straße. Ist ein super Platz – nur das Übernachten ist verboten 😐. Kann ich sogar nachvollziehen. Denn es ist auch eine der Hauptrouten zum Nordkap. Hier muß in der Hauptsaison unglaublich viel los sein und der Platz völlig zugestellt.

Dafür gab es die erste Bewährungsprobe fürs Auto. Allrad war zwar nicht nötig, aber Robustheit. Mit dem alten Auto hätte ich im Strahl gekotzt.

Genau dafür wurde das Auto angeschafft. Das alte hätte diesen Weg nicht ohne Blessuren überstanden.

Und dann kam noch das hier:

Altbekanntes neu und nochmal (trauriges) Altbekanntes – aus der Heimat

Altbekanntes neu und nochmal (trauriges) Altbekanntes – aus der Heimat

Die Fähre legte heute pünktlich 10:00 finnischer Zeit in Helsinki an. Meine Lieblingsfrau hatte sofort Internet auf dem Handy, ich nicht. War ein Einstellungsproblem, ist gelöst. Dafür fehlen ihr weiterhin ihre Ladekabel , welche sie offensichtlich auf der Fähre vergaß 😂.

Mit dem neuen, schlechtwegetauglichen Auto soll es nun in den Norden Lapplands gehen. Das versuchten wir schon im Jahr 2022. Damals kamen wir am Inarisee an und ich bekam am ersten Abend Corona, danach mein Lieblingsweib. Da es da oben kein wirklicher medizinische Versorgung gibt, fuhren wir beizeiten wieder ab, um im Notfall einen Arzt in der Nahe zu haben. Wir sahen also nichts von der Gegend. Das wollen wir nachholen. Und haben diesmal auch das passende Auto dabei. Denn damals war ich wegen des schlechten Straßenzustands ab Mittelfinnland teilweise hart an der Kotzgrenze.

Heute übernachten wir in Pyha- Häkkin. Das ist ein kleiner Nationalpark, in dem wir bereits 2022 standen. Damals waren wir allein, heute standen hier unglaublich viele Finn:innen (ich entschuldige mich fûr den grünen Slang). Fakt ist: die Anreise hierher verlief deutlich stressfreier als damals, wo jede Bodenwelle eine allergische Reaktion bei mir auslöste, weil ich dachte, das Auto fällt auseinander.

Hier https://www.dirkhagen.eu/WordPress_01/?p=3939 könnt Ihr sehen, wie es damals war, heute regnet es.

Morgen geht es weiter in grobe Richtung Rovaniemie. Da ist das Weihnachtsmanndorf und man überschreitet den Arctic-Circle.

Dann haben wir natürlich die Nachrichten aus Berlin um den CSD erhalten. Wir sind bei allen Betroffenen, sind wir doch selbst Berliner und haben den CSD in anderen Jahren live erlebt. Grotesk ist jedoch die Forderung nach einer weitgehenden Internetüberwachung. Bis jetzt scheint klar zu sein, daß der Täter sowohl der Polizei, als auch den Diensten bekannt war. Man hätte ihn also überwachen können, irgendwo hakte es offensichtlich. Die Berliner Zeitung schreibt: Für die lückenlose Rund-um-die-Uhr-Überwachung eines einzelnen islamistischen Gefährders sind nach Angaben von Ermittler mindestens 25 bis 30 Beamte notwendig. Die Zahl dieser Gefährder liegt nach Angaben der Innenverwaltung „in einem mittleren bis moderat hohen zweistelligen Bereich“. Und dann kommt die Forderung nach einer Speicherung von IP Adressen. Das heißt, auch meine Adresse, auch wenn ich völlig unverdächtig bin .

(Quelle N-TV am 26.07.2026)

Um es festzuhalten: Nach allem, was bekannt ist, war der Täter bekannt. Offensichtlich haben alle Maßnahmen versagt oder nicht stattgefunden . Aber ich soll überwacht werden.