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Monat: August 2026

Dreiländereck

Dreiländereck

Der gestrige Campingplatz war grauenvoll. Nicht nur, daß nachts um 3 noch Gäste kamen, die sich dann auch noch stritten. Nein, zum Entleeren der Toilettenkassette mußte ich diese auf Brusthöhe heben. Das ist einfach unschön. Normalerweise sind die Ausgüsse maximal auf Höhe des menschlichen Beckens, meist sind sie im Fußboden eingelassen.

Jetzt stehen wir auf einem Parkplatz an der E8 am Kilpisjärvi. Hier gibt es nicht Mal eine Toilette ( absolute Seltenheit) aber jede Menge Finnen, Norweger und Schweden, die mit dem PKW ankommen, ein Zelt, Isomatten und Schlafsäcke auspacken und unterhalb des Parkplatzes am See campen. Denn Wanderwege gibt es hier auch nicht. Die Skandinavier sind verrückt. Wir erleben oft, wie die Finnen abends um 22:00 Uhr auf Wanderparkplätzen ankommen und dann mit Equipment für eine oder zwei Nächte zu Fuß aufbrechen. Wir stehen im Dreiländereck zwischen Finnland, Norwegen und Schweden.

Das ist Schnee in den Bergen auf norwegischer Seite

Vorher waren wir noch im Freilichtmuseum „Sturmbock“. Das ist eine Verteidigungsanlage der Deutschen Wehrmacht, die im Lapplandkrieg errichtet wurde. Ich hätte fast gesagt, von den Deutschen errichtet wurde. Aber nein, streng genommen von sowjetischen Kriegsgefangenen. Es ist bedrückend. Es ist aber auch bedrückend, daß der Westen sich eigene Wahrheiten schafft. Denn die Finnen waren Verbündete der Deutschen. Es geht mir hier nicht um die moralische Wertung des Paktes. Es geht darum, daß niemand bereit ist, sachlich darüber zu reden.

Der Kommandounterstand. Mit 2! Öfen. Alle anderen Unterstände haben nur einen gehabt.
Die Latrine der Stellung

Die Energiepreise

Die Energiepreise

Unsere Wirtschaftsministerin lehnt Eingriffe in den Strommarkt ab und erklärt, sie wolle „mehr Markt und weniger Dauerförderung“. Das bezog sich auf die Erneuerbaren und deren Förderung. Hinsichtlich einem Sinken der Energiepreise für den Bürger geht Frau Reich von irgendwann in den 2030er Jahren aus. Tcha, Industrie müßte man sein! Denn als Industriebetrieb mit mindestens 100.000 kW/h würde einen der Strom ca. 6 Cent pro kW/h kosten. Dank staatlicher Subventionen! Ich habe mir mal den Spaß gemacht und bei CHECK24.de nachgesehen, was der billigste Strom den Bürger in Berlin Mitte kostet. Das sind bei Rabot.Energie 20,33 Cent pro kW/h zuzüglich 11,28 € Grundpreis pro Monat. Alle anderen Tarife gehen bei ca. 0,30 € zuzüglich Grundgebühr los. Es sind in dem genannten Tarif monatlich Preisanpassung möglich. Nicht wie bei der Industrie, für die die Förderung erst einmal bis 2028 läuft – wegen der Planbarkeit. Ich schlage daher vor, jede Familie droht erst einmal mit der Kündigung von Mitarbeitern. Los geht es mit den Kindern (zur Adoption freigeben), weiter mit der Ehefrau (sich scheiden lassen), dann kommen die Eltern und Großeltern dran (sich selbst zur Adoption freigeben). Wenn das alles nicht hilft, sollte man mit der Abwanderung drohen. Und zwar nach Russland!

Schweden

Schweden

Wir sind in Schweden. Aber nicht, weil wir von Finnland die Faxen dicke haben. Nein, wir waren tanken. Wir kamen auf finnischer Seite dicht an Schweden ran und der Diesel kostet hier an dieser Tanke in Karesuvanto umgerechnet 1,69 €. Schweden ist zum Tanken derzeit das billigste Land in Europa. Die schwedische Regierung hat an der Stelle vorübergehend die Energiesteuer aufgehoben. Nach dem Tanken hatte ich ganz schlicht keine Lust, weiter zu fahren und wir mieteten uns auf dem Campingplatz um die Ecke ein. Morgen geht es wieder nach Finnland.

Auf fast 500 Meter Höhe

Auf fast 500 Meter Höhe

Auf dem Levi

Wir stehen in einem 1A-Skigebiet. Derzeit sind Abfahrten nur mit dem Fahrrad möglich, es fehlt der Schnee. Aber im Winter ist mit Schneekanonen vorgesorgt. Ome. Der Levi ist einer der höchsten Berge Finnlands, höhere gibt es nur an der Grenze zu Norwegen. Die letzten 2 Tage waren unspektakulär. Wir waren für eine Nacht im Lemmenjoki-Nationalpark. Hier wollte der Purzelhase am Lemmenjoki-Fluss, an dem man Gold schürfen kann, entlangwandern. Aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Also machten wir uns auf den Weg in den westlichen Daumen der finnischen Landkarte. 60 km Schotter- und Lehmpiste! Aber genau dafür kauften wir das neue Auto. Mit dem Alten hätte das nicht funktioniert.

Aber der Campingplatz von vorgestern, Giellajohka, war ziemlich genial.

Die standen hinter unserem Stellplatz.

Er fiel um, weigerte sich aber, zu sterben

Weit sind wir nicht gekommen

Weit sind wir nicht gekommen

Es wurden heute doch keine 24-26 km. Nach ca. 6 km wurde mir klar, daß ich diese Wege keine 24 km durchhalten würde. Also kehrten wir nach ungefähr 6 km um und machten uns auf den Rückweg. Und das war eine gute Entscheidung. Denn es ging hoch und runter über Stock und Stein. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und es ist besser, wenn am Ende des Weges noch Kraft da ist, als das am Ende der Kraft noch Weg da ist. Es wurden rund 13 km und ich war fertig.

Aber so sah es zwischenzeitlich aus.
Und so die Wege …
Was da am Ende aussieht wie ein See, ist eigentlich eine Quelle. Hier treten pro Sekunde 400 Liter Wasser an die Oberfläche

Jetzt stehen wir auf einem kleinen, süßen Campingplatz. Hier werden Rentiere gezüchtet. Das Gehege ist direkt hinter unserem Auto. Wir mußten den Platz anlaufen, denn wir haben kein Wasser mehr. Dafür ziehen wir das erste Mal Strom. Den Platz kann man nur mit Strom buchen. Dafür habe ich hier Mal direkt unsere elektrische Heizung probiert. Auch die funktioniert. Denn das Auto kann mit Diesel, mit Strom oder einem Mix aus beidem beheizt werden. Bedeutet, das man im Winter nicht auf Gas angewiesen ist. Genial!

Ach übrigens – letzte Nacht waren es hier 9°C und heute Nacht werden es 7°C. Herrlich!

Utsjoki

Utsjoki

So, wir stehen unweit der norwegischen Grenze und nur 290 km vom Nordkapp entfernt auf einem Wanderparkplatz bei Utsjoki. Viel weiter nördlich geht es in Finnland nicht. Wir sind dem Pol näher, als wir es in Island waren.

Gestern machten wir eine Tour auf einem Geologiepfad unterwegs. Der war nur 3,9 km Land, hatte es aber in sich. 180 m Steigung auf 800 m Weg und das Gleiche runterzu macht sich in den Beinen bemerkbar. Zumal bei einem Weg, der nur aus Steinen und Wurzeln besteht.

Garmin (meine Uhr) nutzt leider inzwischen Googlemaps. Damit sind die Karten nicht mehr so gut wie früher, als Garmin noch eigene Karten nutzte

Heute war es nur eine vergleichsweise einfache Wanderung mit 3 km.

Morgen sollen es an die 24 km werden. Schaumermermal.

Übrigens: aufs Nordkapp verzichten wir bewußt. Es ist irgendwie für viele Leute ein absolutes Sehnsuchtsziel. Und genau so sieht es da dann auch aus. Unglaublich viele Leute, die einfach nur sagen wollen:“ Ich war schon da.“. Und das sind uns zuviele.